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Frauen & Finanzen. Teil 1: Ich wurde gebuzzert.

Du brauchst drei bis vier Monatsgehälter auf dem Girokonto. Mööp! Du brauchst Rücklagen. Mööp! Investiere in Aktienfonds. Mööp! Depotsparen. Mööp! Altersvorsorge. Mööp! Inflation. Motivation. Reaktion.

Der Buzzer hört nicht auf, rot zu blinken und zu tönen. Ich sitze in einer Gruppe von Frauen und lausche den Vortragenden zum Thema Finanzen. Geld. Altersvorsorge. Absicherung. Nichts davon habe ich ausreichend. Neugierig blicke ich in die anderen Gesichter und entdecke Hilflosigkeit. »Denen geht es wie mir.«, denke ich und spreche es aus. Die Tatsache, die uns alle betrifft. 

Wir sind von Altersarmut betroffen.

Wir sind Frauen, selbstständig und die größte Rücklage sind unsere Träume von einer finanziell besseren Zukunft. Nicht arm aktuell, aber auch nicht im Wohlstand lebend. Doch was ist dieser Wohlstand eigentlich? Ich definiere es an diesem Abend und treffe mitten hinein – in die Herzen und Gedanken der anderen.

Wir wollen finanziell frei sein und sorglos. Wir wollen gut leben und uns gesund ernähren. Unsere Bäuche und unsere Seelen füllen. Mit Erinnerungen an erfüllende Urlaube und Momente außerhalb des Alltages. Wir wollen ins Kino gehen, ins Theater, Kultur genießen und in uns investieren. Wir wollen unser Leben jetzt umarmen und trotzdem Rücklagen schaffen. Wir wollen unsere Kinder versorgen, ihnen gute Bildung vermitteln und das Gefühl für eine sichere Zukunft geben. Investitionen tätigen, an Projekten beteiligen, spenden, leben und leben lassen. 

Wir sind Frauen um die vierzig Jahre. Selbstständige Dienstleister. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, um in eine ausreichende Rente einzuzahlen. Wir haben aktuell nicht die Möglichkeit, hohe und lohnende Beiträge in Aktienfonds zu stecken. Und manche nicht mehr die körperliche Gegebenheit, über die Rente hinaus zu arbeiten. 

In der Mitte unseres Lebens angelangt, glauben wir nicht mehr an die reichen Prinzen auf weißen Pferden. Oder dass wir eine finanzielle Sorglosigkeit von einem Mann abhängig machen können. Ein paar von uns sind verheiratet, vergeben oder auch getrennt. Mein Prinz hat mich vor fast fünfzehn Jahren auf einem Motorroller abgeholt. Ohne den Goldsack, dafür reich an Emotionen für eine wilde Ehe mit mir. Den Wohlstand erarbeiten wir uns seitdem Jahr für Jahr – mal mehr, mal weniger gut. Ich war zudem schon immer eine emanzipierte Prinzessin, die lieber ihr eigenes Gold gesponnen hat, als von ihrem Mann Reichtum und Versorgung zu erwarten. Dennoch füllen wir gern gemeinsam den Topf und nähren unsere Familie davon.

Heute.

Morgen ist noch ein vages Bild, ein wackeliges zudem. Weil wir eben keine drei bis vier Monatsgehälter zurückgelegt haben, weil ein gestopftes Loch ein neues aufreißt. Weil wir sind. Weil wir leben. Doch was ist, wenn uns unsere Kraft verlässt, wenn wir alt sind? Oder schon eher? Ich habe während meiner Zeit als Angestellte in die gesetzliche Rente eingezahlt. Mein Mann tut das noch. Auf unseren Rentenbescheiden steht deutlich geschrieben, mit was wir unsere Bäuche und Seelen füllen werden – oder die Sparschweine unserer Enkel. Und diese Aussicht stimmt mich nicht heiter. Weiterhin in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen ist für mich als Freelancer keine Option. Zu starr sind die Regeln und zu gering die Rente.

Was kann ich also als (selbstständig arbeitende) Frau tun, um heute und morgen gut zu leben?

Eine Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist, weil sie weitere Fragen aufwirft. So zum Beispiel:

  1. Wie ist die eigene Einstellung zu Geld & Finanzen? Thema Money Mind Set.

  2. Was weißt du über Geld & Vorsorge? Was sind ETFs, NFTs, Aktiendepots?

  3. Was hast du an finanziellen Mitteln? Wohneigentum?

Und das gilt vor allem für selbstständig arbeitende Frauen:

4. Was ist dein Wert und wie verkaufst du deine Dienstleistung / dein Produkt?

5. Hast du Existenzängste?

6. Hast du Erfolgsängste?

7. Kannst du dir ein Anlagevermögen schaffen?

8. Hast du Möglichkeiten eines passiven Einkommens?

9. Arbeitest du Gesund- und Gewinnbringend?

10. Und schlussendlich: Trägst du noch immer die rosarote Brille und glaubst an reiche Prinzen auf weißen Pferden?

Ich habe mich – auch aus eigenem Interesse – auf die Suche nach Antworten gemacht. Und vielleicht finde ich unterwegs den heiligen Gral oder eine Lösung, die zumindest einigen von uns hilft. Für ein gutes Jetzt und ein erfüllendes Morgen.

Denn das wünsche ich uns allen. Egal welches Geschlecht wir haben.

Deine Mandy

Im nächsten Artikel geht es um das Money Mindset. Dieser erscheint am Ende der KW50.

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